TV-Schiefbahn 1899 e.V. > Integrative Gruppen / Barrierefrei

Integrative Gruppen/Barrierefrei

Logo

Das aktuelle Angebote finden Sie unter der Abteilung: Wasser- und Gesundheitssport

Das Konzept

Das Konzept Die Idee der Integrativen Gruppen wurde erstmals Ende 2001 durch Stephan Adomeitis, der bereits seit vielen Jahren mit Behinderten arbeitet, an den TV Schiefbahn herangetragen. Die Möglichkeit, Kinder mit und ohne Behinderungen gemeinsam sportlich zu fördern und das große persönliche Engagement von Stephan Adomeitis und seiner Frau Petra begeisterten uns sehr schnell. Mit 5 Kindern startete die erste Gruppe, heute sind es bereits 4 Gruppen mit über 60 Kindern, die in verschiedenen Altersgruppen betreut werden.

In diesen Gruppen betreuen wir Kinder zwischen 4 und 12 Jahren. Vertreten sind Kinder mit Down-Syndrom, mit ADHS, geistigen und körperlichen Behinderungen, mit Adipositas, mit Prader-Willi-Syndrom, mit Krebserkrankungen und und und...  Natürlich gehören gesunde Kinder unbedingt dazu.

Hier liegt der Grundgedanke der Integrativen Gruppen: Kinder sollen ohne Berührungsängste und Vorurteile miteinander umgehen. Behinderte Kinder lernen von gesunden Kindern und gesunde Kinder sehen den Umgang mit behinderten Kindern als völlig selbstverständlich an. Für die behinderten Kindern gibt es auch keinen „Behinderten-Bonus“, alle werden gleich behandelt.

Die betreuenden Übungsleiter verfügen über eine sehr gute Ausbildung in verschiedensten Bereichen, die der Behindertensportverband NRW (BSNW) bietet. Zusätzlich ist eine Physiotherapeutin anwesend, die Anleitungen bei bestimmten Übungen gibt. Eine Ärztin kommt zudem einmal im Monat zu den Sportgruppen und beobachtet die Kinder in ihrer Weiterentwicklung.

Eines der teilnehmenden Kinder (ein heute 16-jähriges Mädchen, dass einen bösartigen Gehirntumor hatte) ist mittlerweile als Übungshelferin dabei und hilft bei der Gestaltung der Stunden. Für die vielen außersportlichen Aktivitäten stehen immer Eltern und andere Helfer bereit, die beim Geräteaufbau helfen oder Fahrdienste leisten.

Wichtig ist uns auch, dass Kinder aus sozial benachteiligten Familien teilnehmen können. Gerade Familien mit behinderten Kindern haben hohe finanzielle Belastungen. Ein Beitrag an einen Turnverein (auch wenn der vergleichsweise niedrig ist) können sie sich oft nicht leisten. Eine Bezuschussung durch die Krankenkassen wird in vielen Fällen mittlerweile abgelehnt (gerade bei geistig behinderten Kindern). Wir haben ständig 5 – 10 Kinder, die beitragsfrei mitmachen können. Wir sind daher immer auf Spenden und  sonstige Hilfen angewiesen. Auch das Sozialamt der Stadt hat uns bereits mehrfach Kinder geschickt, deren Familien sich nicht oder kaum um die Entwicklung ihrer Kinder kümmern.

Der Sport

Angefangen haben wir mit 5 Kindern, die sich zu einer Sportstunde in der Hubertushalle trafen. Wir machten Werbung bei den Ärzten, in Kindergärten und Schulen. Schnell fanden sich immer mehr Kinder mit unterschiedlichsten Krankheiten und Behinderungen, die mitmachen wollten.

Aus einer Gruppe wurden zwei, später drei, die wir in verschiedene Altersgruppen aufteilten. Vor zwei Jahren kam eine Trampolin-Gruppe für ältere Kinder dazu, da Trampolin-Springen die motorischen Fähigkeiten, Gleichgewichtssinn und Selbstbewusstsein fördert. Dann bildete sich eine Gruppe für ältere Jungen, die in der Halle Fußball spielen. Im September 2007 konnten wir das erste kleine „Turnier“ mit einer Behindertenschule aus Mönchengladbach ausrichten. Dabei ging es mehr ums Mitmachen als um das Gewinnen. Den Endstand des Spieles hat inzwischen jeder vergessen. Seit kurzem gibt es auch eine Tanzgruppe für die älteren Mädchen, die neben Bauchtanz auch andere kleine Tänze erlernen.

Durch viel Hilfe von außen konnten wir nach und nach verschiedenste therapeutische Sportgeräte anschaffen, die in den Schulsporthallen naturgemäß nicht vorhanden sind. Turnen, spielen, klettern, hopsen und laufen gehören zum Sportprogramm. Übungsleiter aus anderen Abteilungen des Vereins begleiten hin und wieder eine Sportstunde und spielen mit den Kindern Volleyball, Badminton oder Tischtennis.

Wer die Kinder im Laufe der Jahre beobachtet, stellt schnell fest, dass sie sich durch den Sport und die gezielten Übungen teilweise überdurchschnittlich gut entwickelt haben. Der Sport mit gesunden Kindern spornt die behinderten Kinder an, es ihnen gleichzutun. Da braucht es oftmals keine aufmunternden Worte der Übungsleiter, um sie zu motivieren. Das eine oder andere Kind konnten wir schon in „normale“ Sportgruppen weitergeben. Die Integrativen Kindergruppen wurde im übrigen vom Landessportbund bzw. Behindertensportverband mit dem Gütesiegel „Sport pro Reha“ ausgezeichnet.

Die Ziele

Dass sich die Integrativen Gruppen innerhalb so kurzer Zeit so gut entwickeln würden, hatten wir uns wirklich nicht gedacht. Durch den großen Zulauf von Kindern (zur Zeit sind es über 60) platzen unsere Übungsstunden aus allen Nähten. Leider müssen wir heute schon Kinder abweisen bzw. auf eine Warteliste setzen, weil wir einfach nicht mehr  genügend Kapazität haben – an Übungsleitern und vor allem an Hallenzeiten. Durch die Offenen Ganztagsgrundschulen sind viele frühe Stunden weggefallen, die für unsere Gruppen eigentlich hervorragend geeignet wären.

Einige Kinder sind schon von Anfang an dabei. Die positive Entwicklung dieser Kinder treibt uns immer weiter an. Es wäre schön, wenn wir sie auch noch betreuen könnten, wenn sie schon älter geworden sind. Wir möchten unser Angebot so ausweiten, dass wir irgendwann alle Altersgruppen in Integrativen Gruppen betreuen können. Es soll zu einer Selbstverständlichkeit werden, dass Behinderte und Nichtbehinderte miteinander Sport machen.

Um das alles irgendwann zu realisieren, möchten wir gerne in naher Zukunft eine eigene Sporthalle bauen, um unabhängig unsere Ziele verfolgen zu können.

Aktivitäten der integrativen Gruppen

Einen Überblick über die Aktivitäten der Integrativen Gruppen finden Sie hier.

Öffentlichkeitsarbeit – Werbung – Sponsoren

Ein Angebot wie die Integrativen Gruppen braucht Unterstützung von außen, sei es finanzieller Natur oder durch Berichterstattung in den Medien.

Die Kinder, die an unseren Gruppen teilnehmen, kommen nicht nur aus Willich, sondern auch aus den umliegenden Städten wie Kaarst, Krefeld oder Mönchengladbach. Vergleichbare Angebote gibt es in der näheren Umgebung nicht. An dem Zulauf, den unsere Integrativen Gruppen haben, zeigt sich deutlich, wie wichtig solche Angebote sind. Durch eine gute Öffentlichkeitsarbeit auch außerhalb Willichs werden andere Vereine vielleicht animiert, es uns gleichzutun.

Durch gute Kontakte zu den Zeitungen wird immer wieder über die Integrativen Gruppen berichtet. Eine gute Werbung war auch im letzten Jahr das Benefizkonzert des Landespolizeiorchesters NRW, dass unter der Schirmherrschaft von René Heinersdorff (Theaterdirektor „Theater an der Kö“ und Schauspieler) in der Sporthalle der Realschule stattfand. Viele Sachspenden ermöglichten eine große Tombola, Kuchenspenden ein umfangreiches Kuchenbuffet. Zahlreiche Helfer (hauptsächlich aus den Reihen der Eltern) sorgten für einen reibungslosen Ablauf. Die Erlöse aus dieser Veranstaltung reichten aus, um ein dringend benötigtes Großtrampolin und viele kleinere Sportgeräte zu kaufen.

Nach den Sommerferien 2007 kam der lokale Radiosender news 89.4 und begleitete eine Sportstunde der Kinder. Die Ausstrahlung erfolgte dann auch zwei Mal.

Im September d. J. hatte sich der Comedian Kalle Pohl bereit erklärt, eine Vorstellung zu Gunsten der Integrativen Gruppen zu geben. Die Erlöse daraus wurden wieder dazu verwendet, weitere Kinder aufzunehmen, neue Übungsleiter auszubilden und Rücklagen für notwendige Sportgeräte zu bilden. Aufgezeichnet wurde der Auftritt und auch eine Sportstunde der Integrativen Gruppen von RTL West.

Filmbeitrag Kindersport

 

* mit freundlicher Genehmigung von "RTL Regional"

Filmbeitrag Center TV

 

* Dieser Filmbeitrag wurde uns 12/2008 mit freundlicher Genehmigung von Center TV zur Verfügung gestellt.

Lesezeichen setzen ...
  • Bookmark and Share